Mythologie

Tommy Krappweis - Autor der Mara-Trilogie - Foto: Gary Busch„Ich bin nach wie vor völlig fasziniert von der germanischen Mythologie und finde immer wieder Parallelen zur heutigen Zeit. Von der Abstammung der deutschen Wochentagsnamen zum Beispiel wusste ich einfach gar nichts und hielt mich da eher an die Aufzählung aus dem „Sams“ wie ich sie aus der Augsburger Puppenkiste kannte. Und plötzlich erfahre ich, dass es da einen Týr gibt, der dem Dienstag seinen Namen gab… aber man findet auch andere Parallelen. Zum Beispiel steckt eine der typischsten Eigenschaften der Deutschen auch im Gott Odin/Wodan: Er ist der Ewig Zweifelnde. Wenn das mal nicht perfekt zusammenpasst!“

Wikia hat ein schönes Mara Wiki gebaut, auf dem die kompletten Mara-Buch-Anhänge zur nordisch-germanischen Mythologie als Index eingebaut wurden. Hier findet ihr diese Oase des Wissens…

drews_ringcon_mara_07„Ich weiß natürlich dank Professor Simeks unermüdlichen Ermahnungen, dass „germanisch“ nicht gleich „deutsch“ ist, aber ich fühle trotzdem immer wieder eine seltsame Art der Vertrautheit, wenn ich mich durch die alten Texte der Edda kämpfe. Ich spüre tatsächlich meine Wurzeln in einer uralten Kultur, die ich doch eigentlich gerade erst lerne wie eine Art Fremdsprache. Ich war immer schon fasziniert von Geschichten wie der Gralslegende und König Artus, aber erst die nordisch-germanischen Mythen bringen in mir eine Saite zum Klingen.“

„Natürlich ist es auch die fürchterliche Vergangenheit der Nazizeit, die uns Deutsche von den eigenen Wurzeln auf eine grausame Art und Weise entfremdet hat, ja entfremden musste. Und immer wieder muss man prüfen, ob man bei diesem oder jenem Detail nicht wieder einer frechen Umdichtung oder willkürlichen Auslegung aus dieser Zeit aufgesessen ist. Das ist aber nicht immer so augenfällig: So gibt es Übersetzungen aus der Edda – dem Lehrbuch für isländische Dichter aus dem wir viel über die germanische Mythologie wissen – die eben aus der Nazizeit stammen. Das kann ganz subtil oder für sich gesehen harmlos daherkommen, wenn in der „Weissagung der Seherin“ aus dem eher sachlichen „schlachterprobt“ ein wertendes „streitkühn“ wird. Aber es gibt eben auch unfassbaren Unsinn aus der Zeit, der mit Wissenschaft oder Fakten gar nichts mehr zu tun hat. Die Nazis haben die germanischen Götter eben richtiggehend vereinnahmt und sie sich passend gemacht. Die albernen Flügelhelme und Fantasieuniformen der sogenannten „Operetten-Germanen“ haben ihre Wurzeln allerdings schon früher. Denn man darf nicht unterschätzen, dass es schon mehrere Generationen zuvor in Deutschland vor sich hin „tümelte“. Darum ziehe ich ältere Texte inzwischen nur noch zum Vergleich heran und halte mich wo es geht an die aktuellsten wissenschaftlichen Texte und Übersetzungen.“ Tommy Krappweis

Weitere Informationen von und zu unserem wissenschaftlichen Berater Professor Rudolf Simek findet ihr unter: Publikationen Uni-Bonn